Wir sind mit fünf Kolleg:innen aus unserem Kirchenkreis zum juengerGIPFEL nach Soest gefahren – und schon beim Ankommen war klar: Das wird keine „normale“ Tagung. Am Welcome-Desk wurden wir freundlich empfangen, die Stadthalle war im juenger-Look gestaltet, überall gab es einladende Ecken zum Hinsetzen, Durchatmen und ins Gespräch kommen. Und bevor es offiziell losging, war bereits richtig Leben drin: Waffeln, Kicker und Brettspiele, eine Chill-Lounge, ein Kreativbereich und ein Raum der Stille – alles so, dass man ganz selbstverständlich ankommen konnte.
Das Amt für Jugendarbeit der EKvW hatte hier ein besonderes Treffen für die Berufsgruppe auf die Beine gestellt – und wir haben schnell gemerkt, wie gut das tut: Menschen aus allen Regionen, ähnliche Themen, ähnliche Fragen, und zugleich so viele unterschiedliche Ideen und Erfahrungen.
Ein zentrales Element war der Angebotsbereich „Körper – Seele – Geist“. In mehreren Runden konnten wir wählen, was gerade dran ist: Bewegung und Aktion, Kreativität und neue Perspektiven, Spiritualität und Segen. Ob Snoezelen, Yoga, Actionpainting, Kin-Ball, Geocaching, Labyrinth, Schreibwerkstatt oder Segnungsoase – wir haben vieles ausprobiert, mitgenommen und gemerkt: Das ist Inspiration für die Praxis vor Ort – und gleichzeitig ganz persönlich stärkend.
Ein echtes Highlight waren die Gondelgespräche: In einer echten Skilift-Gondel gab es einen besonderen Rahmen für Austausch mit Präses Adelheid Ruck-Schröder. In einem Videostatement vom GIPFEL würdigte die Präses das Engagement der Mitarbeitenden in der Jugendarbeit und machte den Kirchenkreisen Mut, die Arbeit mit der jungen Generation bewusst zu stärken und vor Ort gut zu begleiten.
Am Abend wurde es dann auch künstlerisch intensiv: Das Duo HARTMANNMUELLER brachte mit der Performance „Deep Talk“ große Themen der Jugend auf die Bühne – ehrlich, einfühlsam, nah dran. Körperliche Veränderungen, erste Liebe, Verlust und Tod – und immer wieder die Frage, welche Rolle christliche Erziehung und Glauben im Heranwachsen spielen. Radikal ehrlich – und eine wahre Empathieübung.
Lounge-Ecken, Kopfhörer-Party und ein Kneipenquiz wurden am Abend zu Begegnungsorten. Alte Kontakte aufwärmen, neue knüpfen, lachen, erzählen, zuhören – diese Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe hat den Abend getragen.
Musikalisch bekam der Gipfel außerdem einen eigenen Klang: Der Titelsong „Fürchte dich nicht“, entstanden in Zusammenarbeit mit Joris Kasten und Björn Amadeus, feierte auf dem juengerGIPFEL seine Live-Premiere und ist inzwischen für alle auf gängigen Plattformen zu hören.
Der Juenger Gipfel in Soest hat sich ein bisschen angefühlt wie ein riesiges Klassentreffen: Auf einmal sind da unglaublich viele Menschen aus der Kinder- und Jugendarbeit zusammen – aus der ganzen Evangelischen Kirche von Westfalen – und man merkt sofort: Wir machen im Alltag oft dieselben Dinge, stehen vor ähnlichen Herausforderungen und brennen für genau das Gleiche. Es tat richtig gut zu erleben, wie viele Kolleginnen und Kollegen sich mit Herzblut für Kinder und Jugendliche einsetzen, neue Ideen entwickeln und Kirche gestalten. Besonders der Austausch vor Ort war wertvoll und hat einfach richtig Spaß gemacht. Dazu kam eine super Organisation und wirklich gute Verpflegung – insgesamt einfach sehr gelungene anderthalb Tage, die motivieren und nochmal deutlich machen: Wir sind mit dem, was wir tun, überhaupt nicht allein.
Der nächste Morgen begann mit einer Morgenroutine in unterschiedlichen Formen – vom Joggen über christliches Yoga bis zu Taizégebet, Worship, PocketPilgern, Journaling und Kaffee-Ritual. Und dann kam mit OpenSky ein weiteres Kernstück: Zuerst wurden Anliegen im Plenum gesammelt, anschließend ging es in freie, fließende Gruppen. Offenes Denken, gemeinsame Fragen, Ideen und Antworten – mit Anregungen, die wir direkt mit in unseren Kirchenkreis nehmen. Diskutiert wurden beispielsweise neue Ideen für die Arbeit mit Kindern, die Frage nach passenden Gottesdienstformaten, der Umgang mit steigender Belastung und der Wunsch nach Entlastung und einer Verwaltung, die zuverlässig unterstützt.
Einen festlichen Abschluss bildete das GipfelMAHL: an langen Tischen zusammenkommen, das Leben feiern – mit Musik, Texten, Gesprächen und gemeinsamem Essen.
Wir fahren dankbar zurück: gestärkt, ermutigt, vernetzt. Der Gipfel endet – der Weg geht weiter.